Die größte Pleite in Las Vegas
Lucky Dragon, ein Hotel und Casino in Las Vegas, wurde nach nur zwei Jahren aufgekauft. Damit gehört es zu einem der größten Misserfolge in Sin City.


Ursprünglich sollte das Hotel und Casino Lucky Dragon die neue Anlaufstelle für alle chinesischen, bevorzugt reichen, Casino-Begeisterten werden. Die ganze Inneneinrichtung war durchzogen von asiatischen Elementen. Dadurch erhoffte der Besitzer, Andrew Fonfa, sich, aus der Menge herauszustechen und die chinesischen High Roller für sich zu gewinnen.
Mit schätzungsweise $165 Millionen Baukosten gehörte Lucky Dragon für Las Vegas Verhältnisse zu den günstigeren Projekten.

Mit Beginn des Baus passierten aber bereits die ersten Fehler. Das Casino umfasst gerade einmal 2.550 Quadratmeter. Zum Vergleich: das größte Casino in Las Vegas, das Palazzo, nimmt eine Fläche von sage und schreibe 16.000 Quadratmetern ein. Auf dieser riesigen Anlage hätte man fünf Lucky Dragons hinstellen können. Auch bei der Planung des Hotels setzte der Besitzer auf eine geringe Anzahl: 200 Betten sind für ein Hotel in DER Casino-Metropole sehr knapp berechnet. Schließlich wird Las Vegas über das Jahr hinweg von über 40 Millionen Touristen besucht.

Nicht nur bei der Größe der Anlage hatte sich der Lucky Dragons Besitzer verschätzt. Auch die geplante Finanzierung des Projekts schien von Anfang an nicht erfolgsversprechend. Für den Bau der Anlage hatte sich der Besitzer $90 Millionen von der Bank geliehen und sich mit dem Kredit komplett übernommen. Zudem war geplant, die Haupteinnahmen durch das Casino zu generieren, das hätte 85 Prozent entsprochen. Tatsächlich stammen die Einnahmen der meisten Casinos lediglich zu 30 Prozent aus dem Casinobetrieb.

Natürlich ist man hinterher immer schlauer, aber dem Besitzer von Lucky Dragon hätte wohl ein Casino Ratgeber zum Aufbau eines erfolgreichen Hotels und Casinos in der Spielehöhle einiges erspart.

Nach all den Fehlplanungen musste die Anlage dieses Jahr endgültig schließen. Der gewährte Aufschub im letzten Jahr reichte nicht aus, um das Ruder herumzureißen. Mit der schlechten Lage (nur ein Block entfernt vom Nordende) obendrauf musste Andrew Fonfa dieses Jahr die Segel streichen. Lucky Dragon wurde nun von Ahern Rentals übernommen. Mit einem Verkaufspreis von $36 Millionen hat die Firma ein richtiges Schnäppchen gelandet, bedenkt man die Baukosten.

Don Ahern, CEO des aufkaufenden Unternehmens, plant eine Wiedereröffnung. Das Hotel, allerdings ohne Casino, soll unter gleichem Namen ein Revival erleben. Die Räumlichkeiten des Casinos werden umfunktioniert in Konferenzräume. Anscheinend möchte Ahern Rentals also raus aus dem riskanten Casino Business und die Anlage in ein seriöses Business-Hotel verwandeln.

Andrew Fonfa konnte die Tore des Lucky Dragon nur für zwei Jahre offenhalten. Wir sind gespannt, ob Ahern mit der neuen Richtung besser fährt und das Lucky Dragon doch noch zu einem erfolgreichen Hotel heranwächst.


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Datum: 09.05.2019 - 16:07 Uhr
Autor: Viktor Pulz

Bereich: News
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